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Tierische Bestandteile in Kosmetik – das steckt hinter diesen Inhaltsstoffen

Ob Gesichtscremes mit Anti-Aging-Versprechen, Lippenstifte für den perfekten Kussmund oder Parfums – neben ihrer großen Beliebtheit auf dem Beautymarkt haben sie noch eine Sache gemeinsam, über die viele Verbraucher*innen nicht Bescheid wissen. Sie enthalten tierische Bestandteile.

Naturkosmetik als Alternative?

Naturkosmetik oder tierversuchsfreie Kosmetik sind gute Alternativen zu herkömmlichen Produkten und mittlerweile auch in regulären Drogeriemärkten erhältlich. Hier gibt es jedoch auch ein paar Dinge, die es zu beachten gilt, denn natürliche und tierversuchsfreie Kosmetik ist nicht gleich tierfreie Kosmetik. Auch bei tierversuchsfreien Produkten sind oft tierische Inhaltsstoffe enthalten. Diese werden auf den Verpackungen zwar angegeben, aber die meisten Verbraucher*innen wissen nicht Bescheid, was die Kürzel und Bezeichnungen darauf eigentlich bedeuten. Was ist zum Beispiel mit Karmin gemeint, das häufig auf Lippenstiftverpackungen gelistet ist? Wir erklären euch, welche tierischen Elemente sich hinter den Inhaltsstoffen von Kosmetik verstecken können.

Haarpflege – starkes Haar mit Keratin

Schön, glänzend, gepflegt und nicht strapaziert – was uns Hersteller mit ihrer Werbung versprechen, sind perfekte Haare. Das Geheimnis des Glanzes und der Geschmeidigkeit im Haar liegt aber oft in überraschenden Inhaltsstoffen. In vielen Shampoos ist beispielsweise Keratin enthalten. Das Strukturprotein kommt im menschlichen Haar auf natürliche Weise vor, für die Pflege ist es ein Zusatz, der Haare und -wurzeln stärkt und stabilisiert. Das industriell verwendete Keratin wird allerdings aus gemahlenen Hufen und Federn hergestellt und stellt damit oft ein Gewissensproblem für vegetarisch und vegan lebende Verbraucher*innen dar. Abgesehen vom Keratin, sind in Haarpflegeprodukten oftmals wasserspeichernde Seidenproteine enthalten. Sie werden aus den gemahlenen Seidenfasern des Seidenspinners gewonnen und sind damit auch tierischen Ursprungs.

Gesichtspflege – Retinol für schöne Haut

Neben Haarprodukten können auch in der Gesichtspflege versteckte tierische Bestandteile vorhanden sein. So zum Beispiel Vitamin A als Retinol. Der entzündungshemmende Stoff findet sich oft in Hautreinigungs- oder Anti-Aging-Produkten, er bekämpft Akne und reduziert die Talgproduktion der Haut. Was Verbraucher*innen nicht wissen - Retinol wird oft aus Fischleber entnommen.

Dekorative Kosmetik – voll von tierischen Bestandteilen

Hersteller arbeiten bereits seit Jahrzehnten an der perfekten Zusammensetzung, um ein langanhaltendes aber gleichzeitig pflegendes Produkt anbieten zu können. In Lippenstiften sind daher neben synthetischen Inhaltsstoffen wie Silikonen, künstlichen Duftstoffen und Mineralölen auch tierische Elemente enthalten: Fischöl sorgt für die natürliche Geschmeidigkeit des Lippenstiftes. Lanolin, ein Sekret, das aus Talgdrüsen von Schafen gewonnen wird, dient als Konservierungsstoff und Feuchtigkeitspflege. Neben der für die Konsistenz verantwortlichen Bestandteile ist auch die Lippenstiftfarbe teilweise tierischen Ursprungs: Die rote Farbe, auf Verpackungen oft als Karmin bezeichnet, basiert auf getrockneten Kochenilleläusen. Alternativ wird synthetisches Karmin verwendet, das an der Nummer E 124 erkannt wird. Schimmernde Pigmente die sowohl in Lippenstiften als auch Highlightern und anderen Glanzprodukten wie Nagellack enthalten sind, stehen ebenfalls auf der nicht-vegan Liste. Guanin, ein Bestandteil aus Fischschuppen, wird oftmals dafür verwendet. Wer hätte gedacht, dass im Lippenstift tierische Inhaltsstoffe in diesem Ausmaß enthalten sind?

Parfum – Ursprünge im Tierreich

Mit keiner anderen Sinneswahrnehmung verbinden wir so viel wie mit Duft. Düfte setzen sich aus drei Noten zusammen – die Kopf-, Herz- und Basisnote - und werden u.A. aus Rinden, Gewürzen, Blüten und Früchten gewonnen. Daneben greift die Parfumindustrie heute vermehrt auf synthetische Duftstoffe zurück, die Ursprünge der feinen Düfte liegen oft jedoch im Tierreich. Echter Moschus zum Beispiel hat seinen Ursprung bei den Moschushirschen, natürlicher Amber (auch Ambra genannt) stammt aus dem Verdauungstrakt von Pottwalen.

Für viele Inhaltsstoffe gibt es heute synthetische Alternativen. Dadurch wird auf tierische Produkte verzichtet, doch gesundheitliche Fragen rücken umso mehr in den Vordergrund. Recherche und genaues Hinschauen ist beim Produktkauf noch immer gefragt. Wer kein Risiko eingehen und tierische Bestandteile komplett vermeiden möchte, kann sich an diversen Siegeln orientieren. Das von der Tierschutzorganisation PETA ins Leben gerufene Siegel „Cruelty-Free and Vegan“ zum Beispiel oder die „Vegan-Blume“, das Siegel der Vegan Society. Beide garantieren tierfreie Kosmetik.

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