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Drei Plastikflaschen und Kleidungsstücke vor einem blauen Hintergrund.
©Canva: nataliximich

Wie nachhaltig & gesund ist recycelte Kleidung aus Plastikmüll?

T-Shirts, Handtaschen oder Schuhe: All das bekommst du inzwischen aus recyceltem Plastik – oft aus dem Meer. Recyclingmode ist im Trend und findet sich mittlerweile auch in zahlreichen Kollektionen großer Modehersteller wieder. Laut Textil Exchange sind heute 14 % des Polyesters recycelt. Doch wie nachhaltig und gesund ist die Kleidung aus Meeresmüll?

Die Modeindustrie verantwortet ca. 4 % der gesamten Emissionen weltweit. 70 % davon entstehen während der Produktion. Um dem Klimawandel entgegenzuwirken, muss die Branche jetzt handeln. Die Organisation Textil Exchange hat deshalb zur 2025 Recycled Polyester Challenge aufgerufen. Das Ziel: den Anteil von recyceltem Polyester bis 2025 auf 45 % anheben.

Ist recycelte Kleidung aus Plastikmüll nachhaltiger?

Mit 52,2 % ist Polyester (PET) derzeit die meistgenutzte Faser in der Modeindustrie. Rund 32 Mio. t werden hier jährlich verarbeitet. Dabei macht recyceltes Material – meist aus alten PET-Flaschen – nur einen geringen Anteil aus. Immer wieder kommt zudem die Frage auf, ob dieses wirklich nachhaltig ist. Denn auch für den Recyclingprozess werden Ressourcen benötigt und CO2 ausgestoßen. Fakt ist, dass recyceltes Polyester zumindest einen deutlich geringeren ökologischen Fußabdruck hinterlässt als das konventionelle Produkt, eine Chemiefaser aus Steinkohle, Kalk, Erdöl und Erdgas. Beim Recycling werden PET-Flaschen gereinigt, geschreddert und als Schnipsel zu einem Garn eingeschmolzen. Dabei besteht 1 kg Garn aus etwa acht PET-Flaschen. So wird zum einen die Umweltverschmutzung durch Müll verringert, zum anderen ist auch der Energie- und Wasserverbrauch bei der Herstellung des Garns erheblich geringer. Textil Exchange zufolge bedeutet jedes Kilo maschinell recyceltes Polyester – beispielsweise aus Plastikmüll – eine Reduktion der Treibhausgasemissionen um 70 %.

Recycelte Kleidung und die Gesundheit

Auch wenn recycelte Kleidung einen positiven Beitrag für die Umwelt leistet, steht diese hin und wieder in Verruf, negative Auswirkungen auf die Gesundheit zu haben. Hintergrund: Kunstfasern enthalten Mikroplastik, das Kritikern zufolge beim Waschen ins Abwasser gelangen kann. Dabei sollte jedoch bedacht werden, dass die Kläranlagen in Deutschland sehr zuverlässig arbeiten und es bis heute keine belastbaren Daten gibt, die Gesundheitsrisiken belegen. Zusätzlich verpflichtet das Produktsicherheitsgesetz Hersteller, dafür zu sorgen, dass die Gesundheit der Käufer*innen nicht gefährdet wird.

Recycelte Kleidung ist nur ein erster Schritt in Richtung Nachhaltigkeit

Wie bei so vielen Dingen gibt es auch bei recycelter Mode Vor- und Nachteile, über die du dir als Verbraucher*in im Klaren sein musst. So enthält recycelte Kleidung Mikroplastik und auch für den Recyclingprozess Ressourcen werden benötigt. Allerdings überwiegen doch die Vorteile für die Umwelt. Nichtsdestotrotz sollte recycelte Mode nicht die alleinige Lösung, sondern viel mehr ein erster Schritt zu mehr Nachhaltigkeit sein. Denn am wichtigsten ist unser eigener nachhaltiger Umgang mit der Mode. Hochwertige und langlebige Kleidung – auch aus Naturfasern –, seltenes Waschen und Reparieren statt Wegwerfen schonen Ressourcen und Umwelt. Stücke, die du nicht mehr brauchst, kannst du über die Altkleidersammlung wieder in den Kreislauf bringen. Am Ende des Tages ist es also ein guter Mix aus einem bewussten Umgang mit Mode, dem Kauf von recycelten Stücken und dem wertschätzenden Umgang mit Teilen aus Naturfasern, der die Modewelt langfristig nachhaltiger macht.

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