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Frau nimmt Kleiderspende entgegen.
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Kleiderspende: Wie kommen meine Altkleider wirklich an der richtigen Stelle an?

Gut 60 Kleidungsstücke kaufen wir durchschnittlich pro Jahr. Wirklich zum Einsatz kommt häufig allerdings nur ein Bruchteil unserer Kleidung. Oft beherbergen wir zahlreiche Teile im Kleiderschrank, die nie oder nicht mehr getragen werden. Ausmisten ist angesagt. Das Spenden für den guten Zweck scheint da eine sinnvolle Idee. Doch hierbei gibt es einiges zu beachten. Wir verraten dir, was du wissen musst, damit deine Kleiderspende auch wirklich nachhaltig und sinnvoll ist.

Kleiderspende: Was passiert mit meiner gebrauchten Kleidung?

Beim Thema Kleiderspende denken die meisten zunächst an Bedürftige, die die gebrauchte Kleidung erhalten und tragen. Tatsächlich wird jedoch ein großer Teil der gespendeten Kleidung weiterverkauft oder an Secondhandläden und Kleiderkammern gegeben. Das ist erst einmal überhaupt nicht schlimm, denn seriöse Anbieter*innen und Hilfsorganisationen nutzen die Erlöse für wohltätige Zwecke. Grundsätzlich ist eine Spende daher immer der Mülltonne vorzuziehen – vorausgesetzt die Kleidung befindet sich noch in einem guten Zustand, also weder nass oder schmutzig noch abgetragen oder kaputt. Beim Spenden hast du verschiedene Möglichkeiten:

Altkleidercontainer: Vorsicht vor unseriösen Anbieter*innen

Altkleidercontainer sind umstritten und können sogar Probleme schaffen: Oftmals werden Textilien hier von unseriösen Privatanbieter*innen für hohe Kosten und CO2-Ausstöße ins Ausland transportiert, wo sie zum Teil illegal gehandelt werden und Arbeitskräfte kosten. Zwar profitieren Menschen im Ausland vom Handel mit den Altkleidern, gleichzeitig kostet er aber auch viele Jobs in der lokalen Textilproduktion. Denn durch den Verkauf günstiger gebrauchter Produkte sinkt die Nachfrage für neue Kleidung. Dazu kommt, dass sich viele Stücke in einem sehr schlechten Zustand befinden und vor Ort nur noch als Brennstoff dienen.

Da gebrauchte Kleidung aber immer auch Ressourcen wie Wasser, Strom, Baumwolle und Chemikalien spart, ist deren Weitergabe oder Recycling keinesfalls schlecht und allemal besser als die Entsorgung. Auf deiner Suche nach seriösen Altkleidersammlungen helfen dir offizielle Nachhaltigkeits-Siegel. So zum Beispiel FairWertung, ein Zusammenschluss gemeinnütziger Altkleidersammler in Deutschland, die sich für einen verantwortlichen Umgang mit gespendeten Textilien einsetzen. Weitere offizielle Zertifizierungen verbergen sich hinter dem bvse-Siegel vom Bundesverband Sekundärrohstoffe und Entsorgung und dem DZI-Gütesigel für seriöse Spendenorganisationen.

Unterstütze soziale und regionale Kleiderkammern

Bevor du einen anonymen Altkleidercontainer ansteuerst, solltest du dich besser direkt an soziale Einrichtungen in deiner Region wenden. Indem du dich für wohltätige und regionale Organisationen entscheidest, stellst du sicher, dass deine Spenden auch wirklich bei Hilfesuchenden ankommen. Ob Obdachlose, Geflüchtete oder Bedürftige: Sie alle sind auf Unterstützung angewiesen. Gute Anlaufstellen sind beispielsweise die Kleiderkammern der Diakonie, Caritas, Heilsarmee oder des DRK. Weitere soziale Einrichtungen, die Kleiderspenden annehmen, sind außerdem: Arbeiterwohlfahrt, Bahnhofsmission, Johanniter oder Malteser. Wichtig: Auch hier häufen sich immer öfter die Textilspenden. Rufe also am besten vorher an und erkundige dich, ob deine Spende benötigt wird. Du findest keine Annahmestelle in deiner Nähe? Dann sende deine Kleidung kostenlos an die gemeinnützige Deutsche Kleiderstiftung.

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