LENA Engagement nachhaltige Forstwirtschaft

Was bedeutet nachhaltige Forstwirtschaft wirklich?

Rund ein Drittel der Landesfläche Deutschlands ist mit Wald bedeckt. Er bietet Tieren und Pflanzen eine Heimat, leistet einen wertvollen Beitrag zum Schutz des Klimas und liefert einen nachwachsenden und umweltfreundlichen Rohstoff.

Nur durch eine nachhaltige Bewirtschaftung kann es uns gelingen, auch in Zukunft von diesen vielfältigen Funktionen für Mensch und Umwelt zu profitieren. Wir erklären, was genau unter einer nachhaltigen Forstwirtschaft zu verstehen ist.

Was bedeutet nachhaltige Forstwirtschaft?

In Zeiten des Klimawandels bedeutet nachhaltige Waldwirtschaft heutzutage mehr, als den Rohstoff für zukünftige Generationen sicherzustellen. Wollen wir auch auf lange Sicht von der natürlichen Leistungsfähigkeit unserer Wälder profitieren, liegt es in unserer Verantwortung, sie so zu bewirtschaften, dass ihre Produktivität und Vitalität erhalten bleiben.

Wie das funktionieren kann, hat die Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa (FOREST EUROPE) in 6 übergreifenden Kriterien für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung definiert. Diesen zufolge sollten die Wälder nur in jenem Maß bewirtschaftet werden, in dem ihre biologische Vielfalt, Produktivität, Regenerationsfähigkeit und Vitalität erhalten bleiben. Und das, ohne anderen Ökosystemen zu schaden.

Zu erreichen ist dies aus Sicht des Umweltbundesamtes nur durch eine naturnahe Bewirtschaftung, die darauf abzielt, dass wir Menschen so wenig wie möglich in die natürliche Waldentwicklung eingreifen. Auf diese Weise sollen unter anderem die Verbreitung von heimischen Baumarten unterstützt und die Artenvielfalt erhalten werden.

Das bedeutet zum Beispiel, zukünftig die flächige Befahrung des Waldbodens mit schweren Forstmaschinen zu vermeiden, da hierbei unter anderem Pilze und Bakterien beschädigt werden, die das Baumwachstum fördern.

Wie erkenne ich Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft?

Möchtest du künftig ausschließlich Holz- oder Papierprodukte kaufen, die aus einer verantwortungsvollen Forstwirtschaft stammen, können dir verschiedene Ökosiegel eine Orientierung bieten. Bereits über 80 % der gesamten deutschen Waldfläche werden über die strengen gesetzlichen Vorgaben hinaus nach den Kriterien dieser unabhängigen Zertifikate bewirtschaftet.

Zu den bekanntesten internationalen Zertifizierungssystemen zählen hier das FSC (Forest Stewardship Council) und das PEFC (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes).

Da die beiden Siegel jedoch weltweit vergeben werden, schließen sie die Herkunft des Holzes sowie die Transportkette vom Rohholz zum Endprodukt aus der Bewertung aus.

Übrigens

Wirklich nachhaltig sind die Holzprodukte erst dann, wenn sie aus heimischem Holz und mit kurzen Transportwegen hergestellt werden.

Das „Holz von hier“-Label oder auch das Ökosiegel Naturland zeichnen solche regionalen Produkte aus und geben dir die Gewissheit, dass das verarbeitete Holz aus nachhaltiger und vor allem heimischer Waldbewirtschaftung stammt.