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Holzkiste befüllt mit Äpfeln.

Ich kaufe nur noch Bio-Äpfel anstelle von konventionell angebauten Äpfeln.

Wenn du nur noch Bio-Äpfel anstelle von konventionell angebauten Äpfeln kaufst, sparst du innerhalb eines Jahres etwa 3.162 l Wasser ein, was beinahe 16 Badewannenfüllungen entspricht.

Deine Ersparnis pro Woche für mehr Nachhaltigkeit

60,811 l Wasser
1 Persönliche Gesundheit

Bio- und konventioneller Anbau im Vergleich

Äpfel landen wohl bei den meisten von uns im wöchentlichen Einkaufskorb: Sie halten lange, sind perfekt als kleiner Snack für zwischendurch und lassen sich auch wunderbar in Süßspeisen verarbeiten. Laut dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft isst jede*r Deutsche 0,54 kg Äpfel in der Woche. Zu den Glücklichen zählen diejenigen, die im eigenen Garten Apfelbäume stehen haben, direkt vom Baum naschen und mit 100-prozentiger Sicherheit sagen können, dass keinerlei künstliche Düngemittel oder Pestizide eingesetzt wurden.

Doch wenn in einem Jahr die Apfelernte ertragreich war, heißt das noch lange nicht, dass das auch im Jahr darauf wieder so sein wird – das wissen Hobbygärtner*innen genauso gut wie professionelle Apfelanbauer*bäuerinnen: Später Frost oder Eisregen können nämlich ganze Jahreserträge vernichten – und dabei ist es egal, ob es sich um biologischen oder konventionellen Anbau handelt. Der einzige Unterschied: Im konventionellen Anbau wird den jährlichen Schwankungen mit chemischen Methoden entgegengewirkt. Im Bio-Anbau bleibt hierfür nur die aufwändige, mechanische Möglichkeit zur Ausdünnung. Dabei werden überzählige und kleine Früchte vom Baum entfernt, um den verbleibenden Früchten mehr Platz zum Wachsen zu geben.

Trotz aller Bemühungen haben Bio-Apfelanbauer*bäuerinnen einen viel niedrigeren Ertrag: In den Jahren von 2012 bis 2018 hatten sie im Schnitt nur 64 % im Vergleich zu ihren konventionellen Konkurrenten*innen.

weiß was

Äpfel mit oder ohne Pestizidrückständen?

Doch nicht nur der Schutz vor der Witterung, sondern auch der Kampf gegen Insekten oder Schimmelpilze stellt den Bio-Anbau von Äpfeln vor Herausforderungen. Denn der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zum Schutz der Bäume ist im Bio-Anbau verboten.

Beim konventionellen Anbau greift man öfter mal darauf zurück, um eine ertragreiche Ernte sicherzustellen. Doch auch wenn diese Stoffe fachgerecht dosiert und eingesetzt werden, kommt es immer wieder vor, dass im Obst Rückstände davon gefunden werden: Im Vergleich zum Bio-Anbau ist im konventionellen Obst durchschnittlich 20- bis 200-mal mehr Pflanzenschutz enthalten.

 

Kupfer zum Schutz der Ernte

Während im konventionellen Anbau verschiedenste Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, können Bio-Apfelerzeuger*innen zum Schutz ihrer Bäume nur auf Kupfer zurückgreifen. Was in geringen Mengen als Nährstoff für die Pflanze wirkt, ist aber vor allem ein hochwirksames und natürliches Pflanzenschutzmittel gegen Pilzkrankheiten. Dabei dringen die Kupfer-Ionen durch die Zellwand in den Pilz und bringen ihn so zum Absterben.

Jedoch ist auch der Einsatz von Kupfer nicht unproblematisch, bereits geringe Konzentrationen können toxisch auf Mikroorgansimen und Weichtiere wirken. Die genauen Auswirkungen hiervon sind trotz aufwändiger Studien bislang noch nicht ausreichend bekannt, da Kupfer nur einer von vielen Faktoren ist, die das Leben von Weichtieren und Mikroorganismen im Boden beeinflussen. Um jedoch ganz sicherzugehen und die Auswirkungen von Kuper auf die Umwelt zu beschränken, hat die EU-Öko-Verordnung einen Grenzwert festgeschrieben: Seit 2006 darf eine Menge von 6 kg Reinkupfer pro Hektar und Jahr nicht überschritten werden. In Deutschland sind die Mengenvorgaben sogar noch geringer.

Für den Menschen birgt der Einsatz von Kupfer als Pflanzenschutzmittel aber keine Gefahren, da sich dieser in den Früchten nicht anreichert. Zudem wird eine zu hohe Menge an Kupfer, die wir aufnehmen, von unserem Körper einfach ausgeschieden.

 

Bio-Äpfel sind umweltfreundlicher

Ob Bio-Äpfel tatsächlich besser schmecken als konventionell angebaute ist wissenschaftlich nicht eindeutig belegt. Ganz im Gegensatz zur Umweltfreundlichkeit von Bio-Äpfeln: Denn im Vergleich zum Anbau von konventionellen Äpfeln sind Bio-Äpfel klimafreundlicher und das ist auch wissenschaftlich bewiesen. Zum einen wird die Umwelt durch den Verzicht auf Pestizide und Düngemittel geschont und auch der Wasserverbrauch ist beim Anbau von Bio-Äpfeln deutlich geringer. Dank dieser Maßnahmen ist der Boden humusreicher und Wasser kann besser gespeichert werden.

 

Hinweis zur CO2-Bilanz von Bio-Produkten¹:
Bei Bio-Produkten kann sich eine negative CO2 Bilanz ergeben. Das bedeutet, dass der CO2 Ausstoß bei der Produktion von z.B. Bio-Obst oder Gemüse höher ist als bei konventionellen Produkten. Auch die Landnutzung kann etwas höher sein. Dennoch gibt es viele Gründe, auf Bio umzusteigen:

  1. Die Bodenfruchtbarkeit bleibt langfristig erhalten.
  2. Bienen und andere bestäubende Insekten werden erhalten, weil der Bio-Landbau keine Pestizide einsetzt.
  3. Die Böden weisen einen höheren Humusgehalt auf und können Regenwasser besser speichern. Dadurch muss man weniger gießen.

¹ Institut für Nachhaltigkeit, in Anlehnung an: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), 2020

Statistische Daten: Äpfel

0,54 kg Durchschnittlicher wöchentlicher Apfel-Konsum pro Kopf in Deutschland

Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (2019)

3 Mahlzeiten (1 Portion = 179 g) Durchschnittlicher wöchentlicher Apfel-Konsum pro Kopf in Deutschland

Herzner, S. (2016); So groß sind typische Portionsgrößen

0,40 kg CO2-Ausstoß (tatsächlicher Ausstoß) je kg Äpfel (CO2-Äquivalente auf der Basis von IPCC 2013)

Poore & Nemecek (2018); Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers

822 l Wasserverbrauch (tatsächlicher Verbrauch) je kg Äpfel

M. M. Mekonnen and A. Y. Hoekstra (2011); The green, blue and grey water footprint of crops and derived cropproducts

127 l Grau-Wasserverbrauch (tatsächlicher Verbrauch) bei Äpfeln, der bei Bio-Äpfeln entfällt

M. M. Mekonnen and A. Y. Hoekstra (2011); The green, blue and grey water footprint of crops and derived cropproducts

0,60 qm Landnutzung (tatsächliche Nutzung) je kg konventionelle und überregionale Äpfel

Poore & Nemecek (2018); Reducing food’s environmental impacts through producers and consumers

0,03 qm Landnutzung (tatsächliche Nutzung) je kg regionale und konventionelle Äpfel (321 T pro ha)

Ökolandbau.de (2018); Erträge im biologischen und konventionellen Landbau

0,04 qm Landnutzung (tatsächliche Nutzung) je kg regionale und bio angebaute Äpfel (244 T pro ha)

Ökolandbau.de (2018); Erträge im biologischen und konventionellen Landbau

0,19 kg Müll (tatsächliches Aufkommen) je kg Äpfel vermieden (wenn unverarbeitet, unverpackt und tätsachlich verbraucht)

Food and agriculture organization of the United Nations (2011); Global food losses and food waste