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Flasche Weichspüler auf Handtüchern

Ich verzichte auf Weichspüler.

Wenn du beim Wäschewaschen auf Weichspüler verzichtest, kannst du ca. 7 kg CO₂ pro Jahr einsparen, was rund 40 gefahrenen Kilometern mit dem Auto entspricht. Zudem kannst du rund 42 l Wasser einsparen.

Deine Ersparnis pro Woche für mehr Nachhaltigkeit

0,13 kg CO2
0,802 l Wasser
0,002 kg Müll

Weichspüler – verhindert „Trockenstarre“

In den 60er Jahren startete der Weichspüler als Wäschezusatz seine Erfolgsgeschichte in deutschen Waschmaschinen. Tatsächlich war die Markteinführung 1963 in Deutschland die Folge geänderter Waschmittelrezepturen. Denn die bis Ende der 1950er Jahre übliche Wäschereinigung mittels Seife hinterließ Rückstände (Reste an unverseiften Fetten und Ölen), so dass sich die Wäsche weicher anfühlte.

Ab Ende der 1950er Jahre kamen leistungsfähigere Waschmittel mit Tensiden auf den Markt, die noch heute verwendet werden. Tenside werden aus Erd- oder Pflanzenöl gewonnen und bestehen aus einem hydrophilen (wasserliebenden) und einem hydrophoben (wasserabweisenden) Molekül. Das wasserabweisende Molekül löst den Schmutz und umhüllt ihn. Das wasserliebende Molekül verbindet den Schmutz anschließend mit dem Wasser.

Diese modernen Waschmittel hinterlassen keine Rückstände auf der Wäsche, so dass sich die Wäsche nach der Trocknung rauer und starrer anfühlt. Wird ein zusätzlicher Weichspüler verwendet, versetzt dieser die Wäsche im letzten Spülgang mit kationischen Tensiden. Diese werden meist aus tierischen Fetten wie Rindertalg gewonnen, sind positiv geladen und ziehen sich daher mit glättender Wirkung auf Fasern auf. Gut zu wissen: Aus der Deklarierung auf der Verpackung von Weichspülern geht in der Regel nicht hervor, dass Tenside aus Rindertalg enthalten sind. Weichspüler ist also in den meisten Fällen kein veganes bzw. vegetarisches Produkt. Aber er macht Wäsche weich, bügelleicht und antistatisch. Das im Weichspüler meist enthaltene Parfümöl verleiht den Textilien zudem einen angenehmen Duft.

Vor allem diese Eigenschaften bewegten noch im Jahr 2021 rund 20,93 Millionen Personen der deutschsprachigen Bevölkerung dazu, mehrmals pro Woche Weichspüler zu verwenden. So gelangen in einem Jahr zusätzlich zu den 600.000 Tonnen Waschmittel mehr als 250.000 Tonnen Weichspüler ins Abwasser – mit steigender Tendenz. Lange waren die im Weichspüler enthaltenen Tenside kaum biologisch abbaubar und sehr schädlich für Wasserorganismen. Seit Anfang der 90er Jahre setzen in Deutschland die Hersteller freiwillig auf die ausschließliche Verwendung von vollständig biologisch abbaubaren Tensiden in Weichspülern und seit 2005 dürfen in der EU gemäß der Detergenzien-Verordnung (EG) Nr. 648/2004 in Wasch- und Reinigungsmitteln, einschließlich Weichspülern, nur noch vollständig abbaubare Tenside eingesetzt werden.

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Weniger ist mehr

Doch obwohl die Inhaltsstoffe heute deutlich umweltverträglicher sind, bleiben sie laut Umweltbundesamt eine zusätzliche Belastung für die Umwelt und das Wasser, und das, obwohl Weichspüler für den Reinigungsvorgang der Wäsche grundsätzlich nicht notwendig sind. Hinzu kommt, dass seine vermeintlich positiven Eigenschaften auch zu unerwünschten Nebenwirkungen führen können. Die Wirksubstanzen im Weichspüler „ziehen“ sich auf die Fasern von Textilien auf und verringern dadurch deren Wasseraufnahmefähigkeit, so z. B. die Saugfähigkeit von Handtüchern oder Sportbekleidung. Und obwohl es keine aussagekräftigen Untersuchungen zu einem möglichen Gesundheitsrisiko von Weichspülern gibt, können enthaltene Allergene, wie Duftstoffe und Konservierungsstoffe, bei empfindlicher Haut problematisch sein.

Weichspüler sollte daher nur verwendet werden, wenn seine Funktion auch tatsächlich benötigt wird. Der Verzicht auf den weichmachenden Waschzusatz bewirkt eine Einsparung von Transportwegen, Verpackung und die Entlastung von Mikroorganismen im Wasser. Zudem werden für den Herstellungsprozess von Weichspülern Wasserressourcen benötigt. Wer dennoch weiterhin Weichspüler verwenden möchte, sollte ihn so sparsam wie möglich dosieren und im Idealfall auf ein Umwelt-Siegel, wie das europäische Umweltzeichen „Eco Label“, achten.

Statistische Daten: Weichspüler

1,99 kg CO2-Emission der Herstellung von 1 kg Weichspüler

UBA (2001): Ökobilanzierung zu Wasch- und Reinigungsmittelrohstoffen und deren Anwendung in der gewerblichen Wäscherei

12,25 l Wasserfußabdruck der Herstellung von 1 kg Weichspüler

UBA (2001): Ökobilanzierung zu Wasch- und Reinigungsmittelrohstoffen und deren Anwendung in der gewerblichen Wäscherei

30,4 g Empfohlene Dosierung an Weichspüler pro Waschgang

UBA (2001): Ökobilanzierung zu Wasch- und Reinigungsmittelrohstoffen und deren Anwendung in der gewerblichen Wäscherei

45,2 g Durchschnittliche Dosierung von Weichspüler nach dem nationalen Gesamtverbrauch

UBA (2001): Ökobilanzierung zu Wasch- und Reinigungsmittelrohstoffen und deren Anwendung in der gewerblichen Wäscherei

70,5 g Menge an emittierten Distickstoffmonoxid pro Kilogramm Esterquat

Dall'Aqua, S. et al. (1999): EMPA-Bericht - Ökoinventare für die Produktion von Waschmittel-Inhaltsstoffen

270 kg CO2-Äquivalente pro kg Distickstoffmonoxid

Dall'Aqua, S. et al. (1999): EMPA-Bericht - Ökoinventare für die Produktion von Waschmittel-Inhaltsstoffen

184,52 Mal Anzahl an Waschgängen pro Jahr

Frondel et al. (2015); Diskussionspapier Stromverbrauch privater Haushalte in Deutschland: Eine ökonometrische Analyse

5,5 kg Menge an gewaschener Wäsche pro Person und Woche in Deutschland

IKW (2016): Zahlen zum Waschen in Deutschland 2014

1,4 Mal Durchschnittliche Verwendungshäufigkeit von Weichspüler pro Woche in Deutschland (2020)

VuMA (2021): Bevölkerung in Deutschland nach Häufigkeit der Verwendung von Weichspüler

0,5 kg Durchschnittliches Gewicht einer Rinderniere

H.W. Ockerman, L. Basu (2014): Encyclopedia of Meat Sciences

53 % Schlachtausbeute bei der Rinderschlachtung Erhalt (exkl. Kälber)

AgrarMarkt (2021): Schlachtausbeute, Schlachtungen sowie Fleischanfall

0,001 St. Erhalt Tieleben pro kg Weichspüler (Einsatz von Rindertalg oder Schweineschmalz bei der Herstellung von Esterquat)

LENA-Berechnung

Diese Maßnahme errechnet die Emission-Veränderung durch den Verzicht auf Weichspüler. Es wird angenommen, dass dieser alle 1,4 Waschgänge eingesetzt wird.

CO₂: Die hohen Treibhauspotenziale von Weichspülern liegen in der Herstellung der kationischen Tenside begründet. Bei der Produktion dieser Tenside aus Rindertalg werden pro Kilogramm Produkt 70,5 g Distickstoffmonoxid emittiert, was einem Treibhauspotenzial von 270 CO₂-Äquivalenten entspricht.

Wasser: Das Wasser wird durch die vermiedene Herstellung von Weichspüler eingespart.

Tierleben: Tierleben werden durch den vermiedenen Einsatz von Rindertalg eingespart, welches aus Schlachtabfällen gewonnen wird. Dieser Wert ist allerdings sehr gering, daher wird er hier nicht genau beziffert.

Müll: Der Verpackungsabfall wird durch den Verzicht auf Weichspüler eingespart.