Wattenmeer und Sand
©istock/Barbara Reichardt

Urlaubstipp: Nachhaltige Wattwanderungen im UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer

Der Sommerurlaub steht vor der Tür und viele sehnen sich nach beeindruckender Natur. Dafür muss es nicht immer die weite Reise sein. Wie wäre es zum Beispiel mit einem Abstecher zum Wattenmeer der Nordsee  – eine der fruchtbarsten Naturlandschaften der Welt? Wir erklären, was es damit überhaupt auf sich hat, was du bei einer Wattwanderung entdecken kannst und worauf du unbedingt achten solltest, um das Erlebnis nachhaltig und sicher zu gestalten.

Nationalpark Wattenmeer der Nordsee – Was steckt dahinter?

Das Wattenmeer verläuft von den Niederlanden über die gesamte deutsche Nordseeküste und bietet dir ein beeindruckendes Stück Natur. Als Heimstätte für tausende Organismen, Pflanzen und Tiere und mit einer Fläche von ca. 8000 km2 ist es das größte Ökosystem dieser Art. Wattenmeere sind Küstenabschnitte, die unter dem Einfluss von Gezeiten, sogenannten Tiden, stehen und dem Wechsel von Ebbe und Flut unterliegen. Dabei zieht sich das Wasser während der Ebbe zurück und hinterlässt weite Küstenteile trocken. Dieser nun sichtbare Meeresboden wird als Watt bezeichnet. Kehrt das Wasser zurück, spricht man von Flut. Ebbe und Flut entstehen durch die Gravitation, also die Massenanziehung des Mondes. Der jeweilige Abstand der Zeiträume und die Unterschiede der Wasserstände sind von Lage und Küstenform abhängig. Vorausrechnungen über die Gezeiten der deutschen Nordseeküste findest du hier.

Nachhaltig Wattwandern – Darauf musst du achten

Ein Spaziergang auf dem Meeresboden ist ein Muss im Nordseeurlaub und die beste Gelegenheit, das Wattenmeer mit seiner scheinbar unendlichen Weite zu erkunden und die faszinierende Pflanzen- und Tierwelt des Weltnaturerbes zu entdecken. Das gelingt am besten bei einer zertifizierten Wattführung. Von seitwärts laufenden Krebsen über die spaghettiförmigen Sandhäufchen der Wattwürmer oder Schnecken bis hin zu Zugvögeln, die das Watt als Rastgebiet und Futterquelle nutzen: Das Wattenmeer bietet einen dynamischen Lebensraum. Für geführte Wanderungen gibt es zahlreiche Wege und Ziele. Sogar die Insel Föhr kannst du zu Fuß erreichen. Viele Ausflüge enden bei einem gemütlichen Kaffee und Kuchen. Besonders nachhaltig ist deine Wattwanderung, wenn du sie mit einer Müllsammelaktion verbindest. Denn Abfall und Schadstoffe durch Fischerei, Tourismus und Industrie gefährden das wertvolle Ökosystem. Im Sommer kann das Watt in der Regel barfuß erkundet werden. Mitnehmen solltest du aber auf jeden Fall eine Regenjacke, umweltfreundlichen Sonnenschutz und ein Handtuch.

Achtung: Nicht auf eigene Faust wattwandern

Eine Wattwanderung wird schnell gefährlich, wenn du dich alleine auf Entdeckungstour begibst. Denn für Personen, die sich nicht auskennen, lauern hier auch Gefahren. So können Priele – Wasserläufe im Watt – schnell so volllaufen, dass sie dir den Rückweg abschneiden. Auch plötzlich auftauchender Seenebel stellt eine Bedrohung dar. Ohne Kompass ist es dann fast unmöglich, den richtigen Weg zurück zum Festland zu finden. 

Gefährdung des Wattenmeers: So kannst du dich engagieren

Trotz seiner Schutzstellung als UNESCO Weltnaturerbe ist das Wattenmeer bedroht. Öl- und Gasförderung, eine zu intensive Fischerei und die Auswirkungen des Massentourismus in einigen Regionen gefährden das sensible Ökosystem. Hinzu kommen der Klimawandel und der damit einhergehende Anstieg des Meeresspiegels, durch den ganze Wattflächen und Salzwiesen verschwinden können. Wenn du dabei helfen willst, das Wattenmeer als artenreichen Lebensraum zu erhalten, kannst du dich für den Naturschutz ehrenamtlich engagieren. Zum Beispiel bei der Initiative Watt°N.

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