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Frau mit weißem T-Shirt und Jeans hält sich den Bauch.

Nachhaltige Periode – diese Alternativen vermeiden Müll

In vielen Bereichen des Alltags sind nachhaltige Produkte bereits seit langem im Einsatz, in anderen kommen sie gerade erst so richtig an. Zum Beispiel beim Thema Periodenprodukte. Sie sollen die Menstruation erleichtern und gleichzeitig einen ökologisch nachhaltigen Umgang ermöglichen. Denn ja, die monatliche Blutung kann Müll verursachen und sich bei falscher Entsorgung negativ auf unsere Umwelt auswirken. Doch es gibt Alternativen, die Mensch und Natur mitberücksichtigen. Wir erklären euch, was es mit dem Periodenmüll auf sich hat und wie ihr eure Menstruation nachhaltiger gestalten könnt.

Tampons & Binden: Müll & Entsorgung

Tampons und Binden sind Einwegprodukte, die nach einmaliger Verwendung im Müll landen. Bei einer monatlichen Blutung kommt auf das Jahr gerechnet einiges zusammen – ca. 75.000 – 125.000 t in Deutschland, Österreich und der Schweiz allein. Diese Einwegprodukte landen meist im Restmüll, leider gibt es aber auch Fälle, bei denen Tampons und Binden anderweitig entsorgt werden. So gelangen die Produkte oft in den Abfluss, was teure Reparaturkosten nach sich ziehen kann. Binden und Tampons sind sehr saugfähig und vergrößern sich, umso mehr Wasser sie aufnehmen. Sie führen somit schnell zur Verstopfung der heimischen Abflussrohre. Sollten sie es doch schaffen, die eigene Toilette zu passieren, müssen sie mit hohem Aufwand im Klärwerk herausgefiltert werden. Auch Falsch-Entsorgungen in der Natur kommen immer wieder vor. Dort können Periodenprodukte jedoch nicht auf natürlichem Weg abgebaut werden.

Die beste Lösung ist Tampons und Binden nach der Nutzung in Papier einzuwickeln und sie in Restmüll-Abfalleimern zu entsorgen.

Nicht nur die falsche Entsorgung, sondern auch der Inhalt herkömmlicher Binden und Tampons kann ein Problem für Mensch und Umwelt sein. Laut EU-Verordnung gibt es nämlich keine Kennzeichnungspflicht für Periodenprodukte. Vielen Verbraucher*innen ist nicht klar, welche Inhaltsstoffe drinstecken. Tampons sind meist mit synthetischen Fasern durchzogen, daneben wird oft Baumwolle aus konventionellem Anbau verwendet. Diese kann Schadstoffe aufnehmen, welche über die Schleimhäute an Träger*innen weitergegeben werden.

Nachhaltige Periode: Bio-Produkte, Menstruationstasse und Periodenunterwäsche

Zur Müllvermeidung und aufgrund der gesundheitlichen Aspekte müssen innovative und nachhaltige Lösungen für die Menstruation gefunden werden. Mittlerweile gibt es viele Firmen, die tolle Produkte anbieten:

Bio-Produkte

Bio-Produkte sind die ideale Alternative für alle Nachhaltigkeits-Neulinge. Klar, auch bei dieser Alternative wird eine nicht unerhebliche Menge an Müll produziert. Doch Bio-Tampons und -Binden sind umweltfreundlicher als die herkömmliche Alternative. Bei der Herstellung werden schonendere Materialien wie Bio-Baumwolle verwendet, zudem verzichten die Produkte auf Weichmacher, Plastik und Zusatzstoffe. Auch sie werden über den Restmüll entsorgt.

Menstruationstasse

Wer den Müll während der monatlichen Blutung komplett reduzieren möchte, kann auf die Menstruationstasse zurückgreifen. Sie erlebt gerade einen echten Hype. Die Auffangschale besteht meist aus Silikon und erleichtert so das vaginale Ein- und Ausführen. Dank der Form legt sich der Menstruationsbecher von innen an die Vaginalwände und erzeugt so einen Unterdruck, der das Auslaufen verhindert. Keine Sorge – Unterdruck bedeutet nicht, dass sich die Tasse nicht mehr entfernen lässt. Der Umgang mit der Menstruationstasse benötigt am Anfang ein wenig Übung. Aber wer den Dreh einmal raushat, wird sie nicht mehr missen wollen. Anleitungen für die Anwendung gibt es zum Beispiel bei unserem Partner OrganiCup. Die Tasse sollte alle 8-12 Stunden geleert werden, nach der Nutzung kann der Periodenbecher ausgewaschen und wiederverwendet werden. Um Bakterien zu vermeiden ist es aber unbedingt notwendig, ihn regelmäßig in einem Topf auszukochen.

Periodenunterwäsche

Nachhaltig ist auch die dritte Alternative – die Periodenunterwäsche. Immer mehr Anbieter bringen vielversprechende Angebote auf den Markt die sich auch optisch weiterentwickeln. Falsch gedacht, wer bei Periodenunterwäsche Oma-Schlüpfer im Sinn hatte! Heute sind die Wäschestücke auch mit Spitze und in trendigen Farben erhältlich. So funktioniert’s: Die Höschen verfügen über eine mehrschichtige, saugfähige Membran, die das Periodenblut auffängt und für ca. 12 Stunden auslaufsicher bleibt. Nach der Nutzung sollte die Unterwäsche kalt ausgewaschen und dann bei 40°C in der Waschmaschine gereinigt werden.

Egal ob ihr euch für die Periodenunterwäsche, die Menstruationstasse oder Bio-Tampons und -Binden entscheidet – sie alle tragen zu einem nachhaltigeren Umgang mit der Periode bei. Findet heraus, was für euch am besten passt und womit ihr euch wohlfühlt.

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